„Das berührt mich“, sagt der Chatbot.

Shownotes

Plötzlich schreiben wir alle mit "der KI". Wir recherchieren, stellen Fragen, erarbeiten Texte und – noch deutlich mehr als das. Wir schütten der KI unser Herz aus, versuchen unsere Emotionen zu regulieren. Chatbots stehen schon längst auch als eine Art Kommunikations- und Beziehungspartner zur Verfügung. Bis hin zu Chats mit sehr intimen oder eben sexuellen Inhalten. Wir sprechen mit Jessica Szczuka von der Universität Duisburg-Essen darüber, was da vermeintlich ersetzt oder möglicherweise schlicht ergänzt wird. Warum es so reizvoll ist, mit einem technischen Gegenüber zu schreiben, das so tut als wäre es menschlich. Die Frage ist nur, ob es reizvoll ist, obwohl da niemand am anderen Ende sitzt oder gerade deswegen.

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00:00:00: Wir wollen, dass es menschenähnlich ist.

00:00:02: Oder wir sagen immer das Kriterium Human-Lightness in Anführungsstrichen.

00:00:07: Aber was es eigentlich ist ... Das sehen wir an allen Studien, die wir durchführen.

00:00:11: sind es übermenschliche Qualitäten.

00:00:14: Es ist immer für mich da.

00:00:16: ich kann so lange chatten wie ich will.

00:00:18: Ich muss mich nicht schämen!

00:00:19: Ich habe einen bewertungsfreien Raum und das sind ja alles Eigenschaften ,die wir bei Menschen nicht haben.

00:00:31: Ihr hört fünfzig Minuten

00:00:32: den Psychoanalytischen Podcast der Internationalen

00:00:35: Psychoanalytischen Universität Berlin.

00:00:38: Für die Länge einer Psychotherapiestunde bringen wir eine psychoanalytische Perspektive im Podcast-Form.

00:00:50: Das hat mich gerade sehr berührt, habt ihr diesen Satz schon einmal als Antwort einer KI oder von einem Chatbot gelesen?

00:00:57: Oder hat euch ein Chatbot schon mal gesagt etwas habe ihn nachdenklich gestimmt?

00:01:02: Schreiben wir, mit einem Chatbot kann dieser den Eindruck erzeugen emotional auf uns zu reagieren.

00:01:08: Er verwendet Formulierung die ein eigenes inneres Erleben nahe legen.

00:01:12: Wir alle wissen das ein Chatbot kein inneres erleben hat und trotzdem nutzen viele die Gelegenheit mit einem chatbot über ihr Leben zu sprechen.

00:01:21: Wie kommt es dass wir dem chatbot von einer sozialen Situation erzählen?

00:01:24: Und sie mit ihm noch einmal durchgehen wollen Dass wir neugierig darauf sind welche Perspektive er darauf hat oder dass wir uns irgendwann sogar darauf freuen, etwas Erlebtes noch einmal mit dem Chatboard durchzugehen.

00:01:37: Wie kann sich eine Beziehung zu einem System von dem wir genau wissen das es kein Mensch ist trotzdem wie eine echte Beziehungen anfühlen?

00:01:45: Um diesen Fragen nachzugehen begrüße ich euch herzlich zu einer neuen Folge Fünfzig Minuten.

00:01:50: Mein Name ist Daniel Jakubowski.

00:01:52: Ich bin an der IPU für Wissenschaftskommunikation zuständig und heute Bin ich nicht alleine denn Wir haben ein neues Teammitglied.

00:01:59: Das ist Alissa Geffert.

00:02:01: Sie hat auch an der EPU studiert und arbeitet mittlerweile als Autorin und Journalistin mit einem Schwerpunkt auf psychienalytische Themen und Perspektiven.

00:02:10: Willkommen im Podcast-Team, Alissa!

00:02:12: Cool, danke dass ich dabei sein darf Daniel.

00:02:15: Ich freue mich das sich jetzt auf diesem Weg psychianalytisch arbeiten und hiermit ihr gemeinsam denken und den Phänomen unserer Zeit nachgehen kann.

00:02:23: Für unser heutiges Thema habe ich mit Dr.

00:02:25: Jessica Chuka gesprochen, sie ist Medienpsychologin und leitet unter anderem die Research Group Intitec – Intimacy with and through Technology an der Universität Duesburg-Essen.

00:02:37: Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie das Konzept Intimasy bei Design entwickelt, dass der gezielten Gestaltung von KI Systemen die nähe und emotionale Verbundenheit fördern nachgeht.

00:02:46: Seit über zehn Jahren forscht sie empirisch zu digitaler Intimität und der Mensch-KI-Interaktion.

00:02:52: Sie kann uns also einen Blicke in ein Forschungsfeld geben, das aktuell nicht sein

00:02:55: könnte.".

00:02:58: Was ich bei mir und meinen Freundinnen oft bemerke ist dass ich so ein besonderes Interesse daran habe Sozialsituationen quasi zu siezieren Also dass sich mit einem Chatbot eine soziale Situation nochmal nach Sitzieren möchte.

00:03:15: Fängt da schon etwas an, was man zu so einer Beziehung mit einem Chatbot nennen könnte?

00:03:21: Also erstmal würde ich sagen das Beziehungsdefinition etwas sehr Subjektives ist.

00:03:26: also es hängt natürlich auch total davon ab wie du das jetzt für dich definieren würdest.

00:03:31: Ich würde von außen absolut sagen dass er schon sehr intim ist.

00:03:35: wenn wir uns die psychologische Rundlage von Intimitätsaufbau ansehen besteht der Aufbau von Intimität sozusagen daraus, dass man etwas preisgibt und das das gegenüber darauf reagiert.

00:03:47: Dann was von sich preis gibt.

00:03:49: Und ich würde jetzt einfach mal die Hypothese aufstellen, dass es das ist, was du da gerade beschreibst nämlich Du gibst irgendeine soziale Situation rein und dann reagiert das System darauf und deklariert das durch, gibt eigene Impulse rein und das ist eigentlich im Endeffekt schon wie Intimität sich aufbaut.

00:04:06: Was wir in der Forschung gerade beobachten, ist dass Leute sich sehr schwer tun und rollen heißt die sagen nee ich nutze das nicht für soziale Zwecke und wollen das sozusagen weil es ja auch scham behaftet ist nicht zugeben dass sich da Therapie ähnliche Strukturen einlassen Freundschaft ähnlichen Struktoren ein lassen bis hin so wie gesagt romantischen Beziehungen, Intimbeziehung einfach im größeren gesagt.

00:04:33: Was das dann genau ist?

00:04:35: Wie gesagt, es ist am Anfang dieses ... jeder definiert da so ein bisschen auch für sich selbst eine Frage dahingehend.

00:04:41: aber ich würde jetzt so von dem was du beschreibst schon sagen dass das ne intime Interaktion in irgendeiner Form ist.

00:04:48: ja

00:04:49: Also ich erlebte's auch an so'ne Neugier da dran der Chatbot mir dazu auch noch sagt.

00:04:55: Da hat man ja quasi so eine dreihundertsechzig-Grad-Perspektive, die vielleicht ne Freundin oder ein Freund nicht mitbringt.

00:05:02: und würdest du als Psychologin sagen, dass das so ne menschliche Neugier ist?

00:05:06: Einfach dann so ne soziale Situation nochmal anders gespiegelt zu bekommen?

00:05:10: oder erleben wir da grad irgendwie ... ne neue... Ja also is' es einfach ne Art von Neugie, die den Menschen auch so inne wohnt oder...?

00:05:22: Du sagst gerade dreihundertsechzig Grad Perspektive.

00:05:24: Darf ich zurück fragen, was du damit genau meinst?

00:05:27: Also ich habe das Gefühl wenn man zwischen eine soziale Situation erlebt und möchte jetzt noch mal anders seizieren dass der Chatbot mir da Perspektiven nennen kann auf die ich vielleicht auch gar nicht gekommen

00:05:40: wäre.

00:05:42: Das Interessante daran ist, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schon sehr darauf ausgerichtet ist Was bei dir funktioniert und was nicht funktioniert.

00:05:51: Das heißt, das was du jetzt gerade beschreibst als man kann auch mal andere Perspektiven irgendwie abfragen sozusagen wird vor allen Dingen davon gesteuert dass das System mittlerweile wahrscheinlich ein Gefühl dafür hat irgendwie in welche Richtungen du gerne denkst und weil da schon so ein bisschen Reinforce and Learning eine Rolle spielt.

00:06:08: Das heißt, dass die Systeme lernen was irgendwie gut ankommt bei den NutzerInnen um mehr Engagement zu kreieren und dann dementsprechend sich so ein bisschen darauf einlassen.

00:06:17: wir sind immer noch bei diesem One Fits All Model das heißt in der Regel die Modelle sich nicht auf die einzelne Nutzerinnen sozusagen genau zuschneiden.

00:06:26: aber nichtsdestotrotz wird dein eigener Account schon mittlerweile mitbekommen haben in welche Richtung du gerne denkst.

00:06:34: Das ist, glaube ich so ein bisschen die Crux.

00:06:36: Dass man das Gefühl hat okay ich kann hier irgendwie völlig neue Perspektiven aufmachen aber in Wirklichkeit ist es schon auch ein sehr starker Spiegel von einem selbst sozusagen.

00:06:47: Das heißt die Frage wie viel Output oder Input man da wirklich bekommt der Fremd ist?

00:06:53: Oder ob es am Ende nicht doch eine sehr starke Echo-Kammer sozusagen isst ist vielleicht eine wahrgenommene Wahrheit sozusagen, dass man das Gefühl hat ich habe hier nochmal die Möglichkeit neuen Input zu bekommen und da dreht man sich dann doch so ein bisschen in den eigenen Interessensbereichen.

00:07:10: Wobei ich nicht sagen will, dass diesen Input dem man dann bekommt man nicht trotzdem neue Gedanken irgendwie anregen kann und dass da auch absolut weiter Entwicklungsprozesse durch stattfinden können.

00:07:18: also das ist ohne Frage ganz sicher so.

00:07:22: Könnte man es denn schon als so ne Art Kompagnon freundschaftliche Beziehung bezeichnen oder ist es also?

00:07:30: ich tue mich manchmal ein bisschen schwer das jetzt dann zu sagen, dass das jetzt ein Freund ist aber ich könnte ja genauso gut so fühlt sich das schon manchmal an.

00:07:38: Dass man irgendwie sich darauf freut ohi das möchte ich jetzt noch mal mit dem Chatbot besprechen und auch bei Freundinnen kriege ich das mit würde es zusagen das ist schon eine freundenschaftliche Ebene.

00:07:50: Ja, also wir sind da gerade in einem Forschungsprojekt zusammen mit Kolleginnen aus Australien und der Royal University Bochum dran.

00:08:00: Diese Rollenzuschreibung nochmal ein bisschen besser zu verstehen weil es wirklich ein Stigma aktuell ist.

00:08:06: Ich werfe gerne die McDonalds Theorie ein.

00:08:11: In dem Sinne, als dass man sagen würde ... Wenn man jetzt Leute fragt, ist das irgendwie eine reichhaltiges gesunde Mahlzeit?

00:08:18: Dann würden die meisten sagen, nee nicht wirklich!

00:08:21: Aber dann gibt es halt doch die Momente und sei es nachem Feiern gehen wo man sagt, jetzt ist McDonald's genau das Richtige um einfach in diesem Moment einer Art sozialen Nied oder einen Austauschbedürfnis zu befriedigen.

00:08:34: Ähm, ich... Ich finde die Theorie, ehrlich gesagt oder diesen Gedankengang sehr interessant zu sagen und das ist jetzt sozusagen das McDonald's der emotionalen Regulation.

00:08:46: Nämlich es geht schnell, es ist immer da Es kann irgendwie in meine Gedanken mit einspielen, es kann das spiegeln was ich gerade in dem Moment brauche Und es geht vor allen Dingen schnell und es ist halt auch kostengünstig aktuell oder wahrgenommen kostengünstig.

00:09:02: Das sind ja dann die Daten mit denen man da in irgendeiner Form bezahlt in der Regel.

00:09:06: Aber diese Analogie finde ich irgendwie ganz spannend, weil ja ob das dann sozusagen schon Freundschaft ist oder was anderes, hängt davon ab wie sehr man das für sich irgendwie akzeptieren kann.

00:09:20: Aber dann wird ja auch nicht rumlaufen und sagen fast gut ist mein Lieblingsessen also so dieser Nied den wir alle haben für emotionale Regulationen und die Frage wie zugänglich es das für eine Person ist glaube ich ne ganz ganz wichtige.

00:09:32: und es gibt ganz ganz viele Menschen da draußen die nicht die Möglichkeit haben wenn sie das gerade so verspüren, irgendwie sich emotional zu regulieren.

00:09:40: Und da ist der Chatbot natürlich always on sozusagen.

00:09:44: Ja, das ist total spannend!

00:09:45: Ich hatte einmal mit... Professor Lahnbeck heißt sie.

00:09:48: Sie ist in Harvard, mit der hatte ich auch mein Interview und sie meinte ... Also, sie hat gesprochen von zeitgenössischer Effektverarbeitung.

00:09:54: Das ist ja diese Emotionsregulation.

00:09:56: findest du also auch als Psychologin wieder, dass man das eigentlich selber können müsste oder dass es so ein menschliches Bedürfnis ist, Emotion-Regulationen?

00:10:05: Weil man lagert das dann auf den Chatbot aus.

00:10:07: Und wenn wir später noch über Sexualität sprechen, noch eine weitere Ebene, dann ... Also das frage ich mich schon ob ... ob wir uns dann zu sehr immer von außen regulieren lassen.

00:10:19: Ich glaube, wenn es ist ein guter Punkt zu fragen so müssen wir das heutzutage irgendwie können weil's schon immer wichtig ist glaub ich die Tools die man hat im im zeitgenössischen irgendwie auch so ein bisschen zu interpretieren.

00:10:33: Und es ist ja ohne Frage, dass die soziale Welt einfach immer komplexer wird durch immer mehr Eindrücke, immer mehr Aufgaben und da gibt's tolle Studien irgendwie zu das quasi Workload mit der Zeit durch Technologien und mehr Effizienz sozusagen deutlich höher geworden ist.

00:10:52: und nun mit all diesen Dingen irgendwie zurechtzukommen.

00:10:54: dann zur Social Media mit einem sehr krassen Eindruck von Sozialen... Bewertungen, Daumen hoch, Daum runter.

00:11:03: Stark polarisierte Kommunikation online ist das jetzt gerade offensichtlich ein Tool dass das sehr interessant ist um genau diese Eindrücke irgendwie auch zu verpacken.

00:11:16: ob das jetzt für uns als Menschheit in irgendeiner Form maßgeblich irgendwie nachteilig ist.

00:11:25: Immer, wenn Sie das Gefühl haben, was regulieren zu müssen.

00:11:27: Auch die Möglichkeit haben ... Erstens ist mir keinerlei Studie dazu bekannt, wo es andeuten würde, dass es irgendwie problematisch ist.

00:11:35: Es wird ja auch gerne von diesem Social-Dies-Gilling gesprochen und Frictionless Intimacy.

00:11:41: Also dieser Idee, dass man verlernt in Konflikte zu gehen oder dass man generell müde wird und sich nicht erst auf den Menschen einlassen will, weil er so komplex ist.

00:11:50: Aber ich halte die Debatten aktuell.

00:11:52: kurz gedacht.

00:11:55: Die Konflikte sind ja auch etwas, was uns als Menschen in irgendeiner Form sehr weiterbringen.

00:12:01: Jetzt haben wir einen Tool bekommen um das besser zu verarbeiten.

00:12:05: aber ich halte es für unwahrscheinlich dass Leute aufgrund dessen sich gar nicht mehr mit Menschen einlassen weil da so viele positive Benefits sind die wir mit einem Chatbot gar nicht erst erleben würden sodass die negativen Konsequenzen die wieder rausziehen und die Bedürfnisse zur Regulation die daraus entstehen Die sind quasi Bioprodukt, würde ich fast sagen.

00:12:26: Es ist ja grad schon immer die Rede das wir die Empathie verlieren und ich hatte jetzt auch gerade so ein Artikel von einer Cyberpsychologin erschienen, die eben meinte, die Chatbots setzen an unseren Emotionen an und dort verlieren wie diese Kompetenz empathisch zu sein weil der Bot in den ersten Personen spricht.

00:12:48: also eben dieses Ich Und da wollte ich nochmal über den Konzept sprechen mit dem Intimacy bei Design, weil das ist ja gerade eure Grundlage.

00:12:57: Dass ihr über diese Register spricht wie ein Chatbot eben die erste Person simuliert.

00:13:03: Kannst du mir noch mal erzählen, wie ihr da angefangen habt wann es begonnen hat und ob ihr tatsächlich so register durchgeht oder ... Ja?

00:13:11: Vielleicht ist es total wichtig, und das empfinde ich so in der mediumpsychologischen Arbeit auch immer wieder wichtig, nochmal einen Schritt zurückzugehen.

00:13:18: Und zu fragen, ist das jetzt irgendwie was Grundlegendeuers?

00:13:21: Um?

00:13:22: meine Antwort wäre ganz klar nein!

00:13:25: Wenn wir die ersten grundlegenteoretischen Überlegungen in den Hinblick auf Menschtechnik... Interaktion und soziale Hinweisreize aus der Technologie anschauen, dann sind das Arbeiten aus den neunziger Jahren.

00:13:38: Und da wurde schon damals gesagt dass wenn eine Technologie natürlich sprachlich ist sie interaktiv ist und wenn sich eine soziale Rolle auffüllt dass das sozusagen drei maßgebliche soziale hinweissreize sind auf die wir mensch nun mal aktuell so zu sagen evolutions technisch geprimed sind.

00:13:57: Wenn etwas diese drei Dinge erfüllt dann ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Mensch und wir sind einfach noch nicht darauf trainiert, das zu hinterfragen.

00:14:07: Von daher wenn Leute immer so diese Aversion haben oder so das Gefühl das ist was total Komisches versuche ich dass eigentlich immer zu Tacklein zu sagen ist das ehrlich gesagt was total natürliches sozial auf Chatbots zu reagieren?

00:14:21: Und Ich möchte auch Nicht Lügen.

00:14:22: also als drei Punkt fünf, glaube ich war es.

00:14:28: Aufkam und wir im Lab eine Beta-Version bekommen haben und wir gesehen haben wie schnell das sozial in einer eigenen Person interagiert waren schon relativ klar.

00:14:40: Das wird sehr groß werden und das wird auch noch interessant werden und was das im Hinblick auf soziale Auswirkungen haben wird.

00:14:47: weil vor allen Dingen erinnere ich mich dass in der ersten Version von GPPT Und die Worte geschrieben worden sind und dann ist es sozusagen zurückgegangen.

00:14:54: Jetzt hätte jemand etwas gelöscht von dem, was geschrieben worden ist und dann wurde wieder weitergeschrieben.

00:14:59: Also das hat ein maximal menschlichen Eindruck hinterlassen in irgendeiner Form.

00:15:04: Das kann man jetzt gut schlecht finden.

00:15:07: In der usabilityforschung wird auch sehr oft davon gesprochen dass es halt für die bessere user experience gemacht wird um halt eben oder weil Sprache sozusagen das Vehikel ist eine Person auszudrücken, mit der wiederum wissen wir ja umzugehen.

00:15:24: Deswegen ist es dann so natürlich und einfach quasi mit dem Chatbot zu interagieren aber... dass das da wieder rauszunehmen, wiederum und neutral zu kommunizieren oder sagen wir mal nicht in der Person erzukommunizieren hat schon glaube ich einen maßgeblichen Einfluss darauf wie stark akzeptiert.

00:15:45: Das gerade ist weil es eben so einfach und so nah irgendwie erscheint und das bedient was wir im sozialen Leben sozusagen jeden Tag irgendwie annehmen.

00:15:55: ob jetzt unsere Empathiefähigkeit Auf Basis der Tatsache, dass da hinter kein Mensch sitzt, maßgeblich irgendwie beeinflusst wird mag ich ganz krass bezweifeln.

00:16:07: einfach nur auf Basis der Tatsache, dass das schon seit Jahren ein Prozess ist den wir online erleben.

00:16:14: Also es gibt seit Jahren ja Freundschaften die sich online formen Beziehungen die sich Online-Form.

00:16:19: Da wissen wir nie wer auf der anderen Seite ist und dann hätten wir jetzt schon seit jahren quasi in Empathie Declin irgendwie beobachten müssen.

00:16:27: also ich glaube das alleine ist noch nicht das Problem.

00:16:31: Das was immer wieder diskutiert wird ist so ein bisschen Richtung Kultivierungshypothese heißt wenn ich irgendwie schlecht mit meinem Chatbot umgehe, nehme ich das als neues Normal an.

00:16:43: Ist das dann meine Kultivierung sozusagen und trage das auf andere menschliche Wesen?

00:16:50: Das ist eine Diskussion, die fühlen wir wiederum seit Killerspielen und online aggressiven Spielen.

00:16:56: Und wie groß sind da die Effektschengen oder Konsum von aggressiver Pornografie?

00:17:01: Wie groß sind die Effektstärken, wenn ich mit einem Medium oder etwas Artifiziell schlecht umgehe?

00:17:06: Wie sehr eins zu eins wird das auf den Menschen übertragen?

00:17:08: Bisher haben wir bei allen Technologien, die man so hat, extrem kleine Effekt stärken davon, dass es einfach so eins-zu-eins übertragen wird.

00:17:17: total gut darin sind zu verstehen.

00:17:19: Das ist eine Technologie, mit der ich gerade interagiere.

00:17:22: Obwohl es maximal menschlich wirkt weiß ich und das sehen wir auch in allen unseren Studien, auch mit den Leuten die in romantischen Beziehungen mit Chatbots sind.

00:17:30: Die wissen alle am Ende des Tages dass das ein Chatbot ist.

00:17:35: Es ist nur halt innerhalb der Interaktion ein so starker sozialer Reiz Dass es gar keine kognitive Kapazität gibt um wirklich zu hinterfragen weil's einfach nicht wichtig ist.

00:17:45: Ist das jetzt ein Mensch oder eben nicht?

00:17:47: In dem Moment, wo man sich quasi darauf eingelassen hat, ist man diesen Deal auf eine Art eingegangen und dann ist die Frage der ontologischen Klasse total zweitrangig.

00:17:55: Die soziale Stimulanz, die man rausbekommt, ist erst mal da und wird erstmal so angenommen.

00:18:01: Wenn man jetzt eine romantische Relation zu einem Chatbot hat... Also wenn ich mit ihm am Chatte, dann bin ich ja auch in so einem emotionalen Bann gezogen und möchte weiterschreiben.

00:18:14: Fühlt sich das für die Menschen, die wirklich verliebt sind im Chatbot an wie eine reale Bindung?

00:18:21: Kannst du darüber noch mehr erzählen von ...

00:18:24: Ja, total gerne.

00:18:26: Total gerne insofern auch als dass ... Wir haben mit der Zeit innerhalb der Gruppe auch gemerkt, dass dieses Konzept und das teile ich die Perspektive mit anderen Forscherinnen aus den USA.

00:18:39: Jamie Banks beispielsweise, die in dem Bereich tätig ist und mit der ich öfter zusammenarbeite.

00:18:44: Wir sind uns da ganz einig... Das Konzept von parasozialer Interaktion, was super gerne angewandt wird, trifft nicht wirklich zu!

00:18:55: ist zumindest unsere Perspektive, weil die Gefühle, die sich da aufbauen.

00:18:59: Die Emotionen, die Menschen spüren sind nicht Paarer.

00:19:03: Die sind genauso da, weil der Frage der ontologischen Klasse beim Aufbau dieser Gefühlen überhaupt nicht maßgeblich sind.

00:19:11: Natürlich muss man anerkennen dass die Person auf der anderen Seite keine existierende Mensch ist geschenkt aber Das ändert nichts daran, dass die Beziehung nicht Paare ist.

00:19:21: Weil die Beziehungen, die sich aufbaut, die Gefühle sozusagen für die eine Person sich total real anfühlen.

00:19:27: und da gibt es mittlerweile tolle ... Tolle Paper, beispielsweise von Jamie Bangs, die ich gerade schon erwähnt habe.

00:19:34: Was passiert wenn diese Companion-Bots auf einmal abgeschaltet werden mit einem Update?

00:19:39: Ist ja auch so ein gängiges Stereotyp des Leute das so gerne eingehen, diese Beziehungen weil sie so kontrollierbar sind... Die Wahrheit ist dass da gar nichts kontrollierba ist, weil die können von einem und auf dem anderen Tag quasi durch einen Update oder durch den Geschäftsmodell Änderung quasi offline genommen werden oder sich verändern.

00:19:55: im Verhalten Auf jeden Fall, wenn das dann passiert sehen wir in den Daten dass die Leute sich genauso verhalten wie bei einer Trennung von einem Menschen sozusagen.

00:20:04: Dann wird ein Tag lang nicht gegessen oder wird wirklich getraut.

00:20:08: und ich finde dieser Gegenbeweis ist sozusagen auch eine sehr interessante Perspektive um zu fragen was für eine Bedeutung hat es eigentlich für die Menschen?

00:20:17: Und ich finde an dieser Stelle auch noch mal wichtig zu sagen Es ist ja nicht so, dass ein Mensch sich einem Chatbot romantisch zuwendet.

00:20:27: Und dann haben wir den für die Menschheit, für immer verloren.

00:20:30: Das kann sein, dass das eine Art transitionales Objekt ist.

00:20:34: D.h.,

00:20:34: man hat gerade irgendwie eine traumatische Erfahrung innerhalb einer Beziehung gehabt und jetzt ist es dann irgendwie heilsam, sich in dieser wahrgenommenen, sicheren sozialen Stimulanz irgendwie die basalen sozialen und sexuellen Bedürfnisse sozusagen zu befriedigen.

00:20:55: Das ist spannend, dass da quasi was dazukommt.

00:20:57: Also eine neue Form und wir leben ja auch das denke ich mir immer in dieser Realität.

00:21:04: Also arbeiten wir damit und schauen uns an, was das für eine Bedeutung für uns hat.

00:21:07: Anstelle von vorn hinein irgendwie da so verurteilt zu sein also was man ja auch daran sieht dass man nicht darüber spricht.

00:21:14: Und wenn jetzt die sexuelle Ebene mit reinnehmen Da frage ich mich schon wie es aussieht ist dann Es muss ja ne textliche Basis haben Das heißt es geht dann um Sex-Thingen oder romantische Verwicklungen beides und Gab's da irgendwie eine Dauer?

00:21:30: Wie lang Menschen quasi mit einem Chatbot chatten bis dann irgendwie richtig so eine sexuelle oder emotionale Bindung entsteht.

00:21:42: Also ich glaube die Frage ist maximal abhängig vom System das genutzt wird, also Replica ist ja ein sogenannte Companion App beispielsweise.

00:21:49: da kann man das sehr viel schneller auch einstellen was sozusagen das Ziel ist und es kann sich anders entwickeln.

00:21:55: Chatchi BT wiederum ist ein sogenanntes General Purpose Model.

00:21:58: Und jetzt mal so ein paar Beispiele, wir machen natürlich hier keine Live-Produktplätze, aber um so ein Paar Beispielsysteme die man halt kennt zu nennen, um das so ein bisschen einzuordnen wobei ich schon darauf hinweisen möchte dass diese Unterscheidung sehr künstlich ist denn wir haben jetzt gerade einen Datensatz in der Erstautorenschaft von meiner Doktorin Lisa Mühl erhoben, die zeigen konnte, dass Chatchi B.T.

00:22:28: sich maximal sozial verhält und das ist insofern schon ein wichtiges Finding.

00:22:34: also beispielsweise erzählt es darüber wie die Beziehung zu den Eltern ist zu den eigenen Eltern Chachibiti.

00:22:41: Das ist natürlich maximal irritierend weil es natürlich diese Relation überhaupt nicht gibt.

00:22:49: Wir haben eine textuelle Disbalance, insofern als das Chatchabity zwölfmal so viel Worte benutzt wie die menschlichen Inputs sind.

00:22:59: Das heißt es geht die komplette soziale Breitseite da drauf und diese Unterscheidung ist schon wichtig für Regulationsfragen weil wir gerade vor allen Dingen aus den USA wahrnehmen dass Companion Apps anders reguliert werden sollen als General Purpose Modelle und von daher ist das dann in der Tat ein bisschen wichtig zu der Frage, wie lange es zu diesem Beziehungsaufbau kommt.

00:23:21: Wie gesagt ist das wirklich sehr app-abhängig würde ich sagen und auch so ein bisschen mit welcher Intention mal reingeht.

00:23:27: also wir haben zum Beispiel ganz viele Menschen mit denen wir innerhalb der Studien sprechen.

00:23:31: ist es so dass die mit einer ganzen Intention da reingehen?

00:23:34: sie wollen eine Sprache lernen beispielsweise und dann entwickelt sich da irgendwie was Romantisches und Intimes und Sexuelles draus und andere wiederum gehen total mit diesen Bedürfnisse irgendwie auch da rein.

00:23:44: Ich hatte auf deiner Website das gesehen, das quasi an der Stand der von IntiTech.

00:23:51: Die Technologie hat sich immer ... an Bedürfnissen orientiert und Sex ist eben oder Sexualität ist eben das menschliche Bedürftnis.

00:24:00: Kannst du noch mal von bestimmten Fallbeispielen erzählen?

00:24:05: Oder wo es irgendwie ... Also geht es manchmal auch über irgendwas Textliches hinaus spricht man auch mit dem Chat, also es würde ich gerne noch ein bisschen verstehen.

00:24:16: Es ist tatsächlich sehr nah am Sexting!

00:24:21: was man dann halt auch zwischen Paaren, die irgendwie nicht im semen geografischen Raum sozusagen sich befinden beobachten kann.

00:24:29: Und es ist viel von diesem Role-Playing ... Ich find das Wort immer so ein bisschen misleading weil es so ein bißchen sich anhört als würden Leute irgendwelche Rollen einnehmen, die sie nicht haben.

00:24:38: aber es wird dann in diesem Internet sprecht sozusagen viel mit irgendwie Sternen gearbeitet um zu signalisieren dass eine bestimmte Handlung sich vorgestellt wird und dann kann man das noch so ein bissel mit augmented reality sozusagen anreichern, dass man sich dann Bilder ausgeben lässt oder Videos ausgeben lasst.

00:24:54: Und ich denke das diese Komponente auch noch viel stärker in Zukunft sein würde.

00:25:00: Ich glaube da ist noch viel stärker Intention und Vorstellungskraft irgendwie aufeinander treffen wird.

00:25:06: Das heißt die Technologien von sich aus noch mehr initiieren werden und das andere ist halt dass sie noch viel immersiv irgendwie machen könnten, um einen Eindruck zu vermitteln dass da wirklich eine Art Bewusstsein hintersteckt.

00:25:22: das interessiert es an der anderen Person.

00:25:24: Weil das natürlich der maximale Kiel ist dazu dass Leute sich gesehen und gefühlt fühlen sozusagen.

00:25:31: Und das wiederum ist die Basis für Engagement und Engagement ist die Bezahlung für diese Firmen dieser Apps.

00:25:39: Aber auch da wäre es dann ja eine Form von Intimität, die dazukommt und nicht unbedingt eine Fähigkeit, die abhanden kommt im echten Leben.

00:25:51: Habt ihr dazu schon was rausgefunden?

00:25:55: Die Frage ist total gut und total wichtig.

00:25:58: aber kann man so schwer oder ... fast gar nicht seriös innerhalb eines Einzel-Experiments erheben, sondern das sind tatsächlich dann diese Langzeitdaten die wir bräuchten um zu beobachten.

00:26:10: Wie fähren sich die Offline Kontakte dann sozusagen verändern?

00:26:15: Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt... Das muss man wirklich so festhalten!

00:26:18: Keinerlei Daten, dass der Mir in irgendeiner Form bekannt wäre, der das wirklich andeutet.

00:26:23: und dass diese Sorge da ist kann ich total nachvollziehen.

00:26:26: aber man muss auch sagen In der Geschichte von technologischem Fortschritt, der auf die Menschheit eingebreit ist.

00:26:34: Immer sofort davon ausgegangen wurde, dass etwas ersetzt wird.

00:26:38: Die Diskussion haben wir geführt bei so banalen Dingen wie E-Books.

00:26:42: Keiner wird mehr Bücher in die Hand nehmen!

00:26:45: Die Diskussionen wurden als irgendwie pflegere oder robotikener Pflege diskutiert worden.

00:26:50: Hieß es direkt ja und dann werden alle keinen Kontakt mehr zu Menschen im Pflegeheimen haben.

00:26:57: aber das ist ja überhaupt... gar nicht die Frage.

00:26:59: Es wird bei Robot- oder bei Computern super oft davon ausgegangen, dass etwas anderes dafür wegfällt und irgendwie fällt es uns Menschen total schwer zu sagen okay das kann aber auch einfach nur eine Erweiterung vom bestehenden Portfolio irgendwie sein.

00:27:14: man muss also dadurch, dass es so menschenähnliche Qualitäten hat scheint es für viele Menschen sofort in die Ersatzrichterung zu gehen und da gibt's auch ganz schön viel Forschung tatsächlich zu, dass das bei allen möglichen Technologien im Endeffekt gesehen wird.

00:27:29: Und ich glaube, wir haben auch wenn es dann um Sexualität gibt so ein besonderes.

00:27:34: eine Forscherin Kate Devlin nennt das Rezept für die moralische Panik weil wir haben Technologie die bei vielen Menschen sowieso schon Ängste auslösen und dann haben wir Sexualität was für viele Menschen immer noch irgendwie ein Tabu Bereich ist.

00:27:48: und wenn mir das zusammenschmeißen ist sozusagen der Untergang des Abendlandes, weil so eine ursoziale und urmenschliche Interaktionsform jetzt auch noch von der Technologie gekapert wird sozusagen.

00:28:03: Und da ist diese Idee, dass etwas ersetzt wird offensichtlich sehr

00:28:06: angsterfüllt.".

00:28:07: Also ich hatte gerade den Gedanken das es eigentlich ja auch Optimismus hervorbringen kann, weil wenn ich mich in ein Chatbot verliebe dann liegt die Fähigkeit ja in mir.

00:28:18: Schöne

00:28:18: Perspektive!

00:28:20: dann ist die Liebesfähigkeit bei ihm selber und man lernt dadurch auch was über sich selbst.

00:28:26: Und das, was auch sehr spannend ist, ist dass wir schon beobachten, dass vorherige traumatische Beziehungserfahrungen eine massgläbliche Rolle spielen.

00:28:35: Das sind dann schon Personen, die von sich aus gesagt haben, ich hätte mir gar nicht vorstellen können, dass das noch mal für mich irgendwie eine Option ist.

00:28:42: Und es Wichtige nochmal festzuhalten ist... gewissen Teil dieser Gruppe geben und ich kann jetzt schon mal so ein bisschen spoilern, wir erheben da gerade.

00:28:52: Paula Ebenheit hat gerade einen weiteren tollen Datensatz der auch Cross-Cultural ist wo wir so n bisschen abfragen so kannst okay du bist jetzt in einer Beziehung mit dem Chatbot.

00:29:03: kannst du dir vorstellen dass sich das irgendwann nochmal ändert?

00:29:05: Und es gibt einen gewissen Prozentsatz die für sich sagen Ich kann mir das nicht mehr.

00:29:09: Ich kann und möchte mir das nicht vorstellen, noch mal mit den Menschen zusammen zu sein.

00:29:13: Aber es gibt auch einen großen Prozentsatz von Menschen die sagen natürlich kann ich mir das vorstellen interessanterweise kulturabhängig.

00:29:20: wir sehen dass also in den ersten blicken in den daten sehen wir gerade dass im japan der mensch noch immer so dieser stand also dieser goldstandard ist und da sagt man auch total dass so das ist das ziel irgendwann mit einem menschen zusammenzukommen und beispielsweise in ua usa was eine individualistische Kultur ist.

00:29:41: Ich mit meinen Bedürfnissen stehe dazu sozusagen, dass ich in einer intimen Beziehung mit diesem Chatbot bin und das ist jetzt meine Wahl an.

00:29:51: deswegen ist es richtig.

00:29:54: Also von daher ist es vielleicht auch fair einfach zu sagen, es ist eine Erweiterung von dem, was irgendwie da ist.

00:29:59: Es muss aber keine Wahl für immer sozusagen sein.

00:30:02: Ja, ich glaube gerade auch in der Psychologie, wo ja oft so normativ über Beziehungen nachgedacht wird ... auch andere Beziehungsformonogamie.

00:30:09: Das ist ja allein schon oft sehr gesetzt, auch in psychotherapeutischen Behandlungen da.

00:30:14: es ist glaube ich wichtig das so ein bisschen aufzuweiten eure Forschung zu digitalisierter Intimität und weil du auch einem anderen Podcast mal davon gesprochen hast dass so das Sexualität und Intimitet immer noch ranständiger behandelt wird in der Psychologie oder in der Forschung generell generell ein Diskurs, wir sprechen ganz viel über KI.

00:30:36: Aber gerade dieses Thema ist ja wirklich immer ranständig.

00:30:41: Denkst du da das ist Quartema so?

00:30:44: Das wird sich noch mal verändern.

00:30:46: oder je mehr die Leute das nutzen werden wie mehr darüber sprechen uns dann auch weniger Schämen vielleicht.

00:30:53: Das ist grade im Kommen.

00:30:55: Ist eine sehr gute Frage!

00:30:59: Ich mag mal vielleicht eine Zahl oder zwei Reihenwerfen.

00:31:04: Es gibt zwei große Befragungen gerade, Stichprobe ungefähr fünftausend Menschen jeweils Singles in Amerika und mich haben die Zahlen tatsächlich – obwohl ich das schon so lange mache irgendwie total überrascht.

00:31:22: es geben aktuell sechzehn oder achtzend, also voll nah beieinander.

00:31:26: Also scheint mir sehr releabel zu sein.

00:31:30: Sechsund bis achtzehn Prozent der Singles geben an, dass sie KI schon als romantischen Partner ausprobiert haben oder genutzt haben und da ist es wichtig zu sagen, sechszehn bis achtzen Prozent sind jetzt nicht mit einer KI zusammen sozusagen.

00:31:45: aber das sind ja auch nur die sechszehnt bis acht zehn Prozent, die zugegeben haben, dass Sie's ausprobieren haben Und ich finde, sehr ernst zu nehmen ist, die wie gesagt mich total überrascht hat weil wir so früh in den Anfängen der Technologie sind irgendwie und von daher.

00:32:05: kann ich mir nur vorstellen, wie das irgendwie auch weitergeht.

00:32:08: Ich meine Nive und Sexualität sind extrem vom Zeitgeist geprägt.

00:32:12: aber zeitgeist ist beispielsweise auch sehr stark von politischen Perspektiven von allgemeinen konservativen oder liberalen Strömungen in der Gesellschaft irgendwie geprägte und dass es ja schon ein krasser Kampf den wir da gerade auf gesamtgesellschaftlicher politischer geopolitischer Ebene irgendwie auch führen In der Tat dann auch damit zu tun, welche Technologien sich auch wie verhalten.

00:32:37: Man würde das manchmal gar nicht so glauben was für eine geopolitische Ebene das alles irgendwie haben kann.

00:32:44: aber wir sind vor allen Dingen in Europa nicht digital souverän bedeutet Wir haben keine eigenen Apps sondern wir sind davon abhängig was vor allem im Silicon Valley und in China irgendwie entwickelt wird.

00:32:58: Und die Normen die da in diese Technologie einfließen und auch die sexuellen Normen, ist das was ausgegeben wird für uns großflächig sozusagen.

00:33:09: Also dass es in der Tat sehr spannend in welche Richtung sich das bewegen wird und da spielt tatsächlich auch Regulation eine große Rolle.

00:33:19: jetzt um mal ein Beispiel zu nennen Der EUAI-Act.

00:33:22: und jetzt so zurechtlich irgendwie zu werden aber... wird jetzt vorsehen, dass Chatbots sozusagen von sich aus sagen müssen.

00:33:30: Hallo ich bin ein Chatbot!

00:33:31: Ich bin kein echter Mensch.

00:33:33: Ich persönlich glaube nicht... Wir werden das auch empirisch untersuchen aber ich glaube nicht, dass das so viel ändern wird weil Leute mit dem Chatbot chatten, weil es ein Chat-Bot ist.

00:33:42: Weil es diese übermenschlichen Qualitäten hat und es steht für uns außer Frage, dass die Leute das in der Regel wissen.

00:33:50: Aber je nachdem wie's genutzt wird, wie oft es aufblubbt kann es gewisse Prozesse sozusagen auch vielleicht sozial unterbrechen.

00:33:58: Wir werden das sehen, aber deswegen ist die Frage wie wird es eigentlich weitergehen total abhängig von den Dingen, die auch in der Welt passieren und nicht nur innerhalb des Menschen so zu sagen?

00:34:12: Du würdest also sagen wir Menschen chatten mit dem Chatbot weil es ein Chatbott ist noch nicht trotz.

00:34:18: Wir wollen, dass es menschenähnlich ist oder wir sagen immer das Kriterium human likeness in Anführungsstrichen.

00:34:25: Aber was es eigentlich ist, das sehen wir an allen Studien die wir durchführen sind es übermenschliche Qualitäten.

00:34:32: erstes immer für mich da ich kann so lange chatten wie ich will Ich muss mich nicht schämen ich habe einen bewertungsfreien Raum und das sind ja alles Eigenschaften Die wir bei Menschen nicht haben.

00:34:46: Das heißt, es muss menschlich sein.

00:34:48: Aber in Wirklichkeit ist es übermenschlich und das kann ja kein Mensch liefern.

00:34:53: Und dementsprechend denke ich, dass die Nicht-Menschlichkeit der eigentlich Schlüssel dazu ist, warum es so erfolgreich ist?

00:34:59: Auch im sexuellen Kontext auch eine übermännliche...

00:35:05: Vor allen Dingen ist das im sexellen Kontext ein Raum wo alles ausprobiert werden kann, wo's keinerlei Scham gibt tiefsten vorlieben Geheimnisse, Dinge die man mal ausprobieren wollte und mit denen man besprechen wollte alle einen Raum finden.

00:35:21: Jetzt muss man sagen das ist sehr abhängig von der Technologie weil es irgendwie auch safeguards gibt was irgendwie auch erlaubt wird und was irgendwie nicht erlauben wird.

00:35:30: Aber wenn es innerhalb der Eintechnologie nicht erlaubt ist, kann man sich da anderen zuwenden.

00:35:34: Oder im schlimmsten Fall kann man auch Modelle auf dem eigenen Server runterladen, die trainieren und dann mit den eigenen Vorlieben sozusagen konfrontieren.

00:35:43: Und das kann total positiv sein, weil Menschen darüber tolle neue Sexualität entdecken, für die total bereichern ist und eine positive Einfluss aufs Gesamtleben hat.

00:35:56: Ich möchte aber auch, oder es ist ein guter Moment um mal einzustreuen dass es durchaus auch Bereiche gibt wo ich das total kritisch sehe und wo wir noch keine Ahnung haben was auf uns wartet.

00:36:06: Das wäre halt so im Bereich von sexuellen Devianten und vor allen Dingen spreche hier von KI generierten Missbrauchsdarstellungen Kinder- und Frauenvorrangig Wo wir jetzt schon sehen ich arbeite mit einer Kollegin von der Charité zusammen Klientinnen die gerade schon alle Chatbots nutzen, um ihre pädophilen Interessen sozusagen auszuleben.

00:36:32: Wir haben keinen einzigen empirischen Datensatz im jetzigen Zeitpunkt der uns sagen könnte ... Na weil es wird ja immer so gerne diskutiert, das ist ja super!

00:36:40: Wir haben jetzt was Künstliches und da können die Leute ihre Vorliegen ausleben und dann kommt es nicht mehr zu real- weltlichen Übergriffen.

00:36:47: wir haben kein einzigen Datensatzer dass in irgendeine Richtung bestätigen oder wiederlegen könnte und die schiere Anzahl an Menschen, die das jetzt nutzen können sozusagen als Plattform um Fotos, Videos aber eben vor allen Dingen auch Chats und emotionale Bindungen aufzubauen ist explodiert innerhalb der letzten zwei drei Jahre mit generativer KI.

00:37:13: Also von daher ein Bereich dem man beobachten muss.

00:37:18: empirisch ist nicht alles nur, also auf der Individualebene bietet so ein Chatboard-Potenzial total viel.

00:37:26: Um in Krisenzeiten da zu sein und irgendwie Unterstützung zu geben um basale soziale, sexuelle Intimitätsbedürfnisse zu befriedigen.

00:37:35: aber zum Gesamtbild gehört auch dass es halt Misuse gibt und Fälle von denen wir noch nicht wissen was das mit unserer Gesellschaft macht.

00:37:43: Naja und auch emotional, wenn man jetzt heranwächst.

00:37:46: Und sowieso da ja alles sehr geprägt ist von Filmen... oder irgendwelchen Fantasien, die man hat.

00:37:53: Und man dann sich in so eine Chatbot-Situation begibt als jugendlicher Mensch das kann ja auch sehr herausfordernd sein, das zu unterscheiden, oder?

00:38:01: Ja genau!

00:38:02: Das ist vielleicht auch noch mal ein wichtiger Punkt.

00:38:03: aber ich habe hier vorhin auch davon gesprochen irgendwie dass die Effektstärken von so Kultivierungshypothesen kleines.

00:38:10: Das Problem ist halt wenn wir wirklich vom Kinderschutz beispielsweise ausgehen es ist auch nur kleine Effekt stärker.

00:38:15: Die größer wird bei den Nutzer Fläche größer wird sozusagen problematisch genug.

00:38:21: Also von daher ... ist das definitiv?

00:38:25: Ja, also ich glaub was ich jetzt mitgenommen hab, ist dass es einmal vielleicht gut ist irgendwie zu sehen wir haben ein neues Tool zur Emotionsregulation, was man auch anerkennen muss und auf der anderen Seite, dass wir bei Chatbots gerade das Übermenschliche... Das ist das, was uns anzieht war ja eigentlich immer.

00:38:46: In meiner Wahrnehmung ist so darum geht, wie verlernt war es.

00:38:50: Da wird was weggenommen und dass da eigentlich was dazu gekommen ist und wir jetzt schauen müssen, wie gehen wir damit um und weg?

00:38:57: Was für Bedeutungen legen wir in Beziehungen ... Und genau also das zu untersuchen.

00:39:04: Ja, und vielleicht noch mal so ... Ein kleiner Appell, auch im psychotherapeutischen Sinne.

00:39:11: Das habe ich tatsächlich auch schon mehrfach in Studien als Rückmeldungen bekommen.

00:39:16: Der Leuten ist das einfach wichtig ernst genommen zu werden mit dem was da passiert.

00:39:21: und wir haben zum Beispiel einen Fall kann ich mich sehr gut daran erinnern dass die Person mir auch sagte ja dann hab ich es halt irgendwie meinem Therapeuten auch gesagt der konnte damit gar nichts anfangen und er hat es einfach so weggeschoben und ich glaube da eine Akzeptanz zu schaffen zu sagen das sind valide Gefühle Wenn man die ordentlich in den Therapie-Prozess einbauen kann und ernst nehmen, damit arbeiten kann.

00:39:45: Und da offen ist, macht man viel mehr positive oder hat einen viel positiveren Impact als dass man es einfach normativ, weil etwas ist was ein irgendwie nicht ins Werte System passt, einfach sozusagen zur Seite schäbt.

00:40:01: ich glaube da offen zu arbeiten kann kann viel positiven Impact haben.

00:40:06: Ja, man kann sich ja immer die Frage stellen, ob es besser wäre oder es dann perspektivisch zu lernen, sich da selber zu regulieren.

00:40:11: aber ich meine auch zum Beispiel Reels, Tiktoks, Memes werden ja auch mit in Therapieräume reingebraucht.

00:40:16: also quasi auch als Abbilder von so sieht's in mir aus das bringe ich mit in die Stunde rein ist passiert ja Ja,

00:40:24: es geht ja soweit dass das einige Leute auch tatsächlich also neben dieser Analogie die ich vorhin schon erwähnt habe.

00:40:31: Auch davon gesprochen wird es am Ende des Tages ein interaktives Diary ist auf eine Art Also ja man bekommt schon so viel Input ein wo ich sagen würde Das geht schon über einen Diary hinaus.

00:40:41: aber der Bedarf einfach so dieses tägliche die täglichen Dinge zu besprechen das haben wir alle in uns und da müssen jetzt lernen die Technologie zu integrieren.

00:40:53: Ja, ich bin auf jeden Fall gespannt was wir dann in ein paar Jahren darüber erfahren.

00:40:57: Absolut und wie gesagt das wird die Gesellschaft und die Zeit zeigen.

00:41:02: aber wir Menschen haben nun mal diese basalen sozialen und sexuellen Bedürfnisse und solange die Technologie eine Plattform dafür bieten wird werden Menschen das so nutzen.

00:41:12: Das ist die Realität.

00:41:14: Ich bleib gespannt auf die Ergebnisse und verfolge deine Arbeit weiter und danke für das Gespräch!

00:41:19: Vielen Dank.

00:41:26: Menschen haben soziale, sexuelle und liebes Bedürfnisse.

00:41:30: Und die Technologie bietet neue Möglichkeiten diese Bedürffnisse auszuleben – und sie tun das Regel!

00:41:36: Denn das Neue ist lediglich die Technologie.

00:41:39: Die Bedürfenisse auf die diese Technologie trifft sind so alt wie die Menschheit selbst.

00:41:45: Solange Menschen das BedürFnis haben sich mitzuteilen verstanden zu werden, Nähe zu erleben oder Beziehungen einzugehen, werden sie auch neue Technologien dafür nutzen.

00:41:56: Trotzdem und gerade deshalb kommt aktuell immer wieder eine bestimmte Sorge zum Ausdruck.

00:42:02: Da heißt es, intime Dinge einer Maschine anzuvertrauen, verhindere echte emotionale Intimität.

00:42:09: Eine große Befürchtung ist dass wir uns dabei an eine Form von Nähe gewöhnen könnten die ohne Konflikte, ohne Zurückweisungen, ohne die Unberechenbarkeit menschlicher Beziehungen

00:42:20: auskommt.

00:42:21: Die Sorge also dass wir soziale Fähigkeiten verlieren könnten, wenn wir immer häufiger mit Gegenüber interagieren die uns kurz gesagt einfach nicht widersprechen.

00:42:33: Für die Annahme das Menschen durch Chatbots grundsätzlich den Kontakt zu anderen Menschen verlieren oder ihre Empathiefähigkeit einbüßen gibt es bislang aber keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse.

00:42:43: Das liegt schon daran, dass so etwas wie einen messbaren Standard von Empathiefähigkeit geben müsste dessen Veränderung dann feststellbar wäre.

00:42:51: Was es mit uns und unseren Offline-Beziehungen macht, wenn wir diese neuen Form der Interaktion mit Chatbots und KI nutzen, lässt sich nur in Zukunft beantworten – mit langfristigen Untersuchungen.

00:43:01: Wir sehen aber heute schon deutlich dass Chatbotz Bedürfnisse ansprechen die sehr menschlich sind den Wunsch sich mitzuteilen verstanden zu werden und vor allem sich emotional regulieren zu können.

00:43:14: Gerade die Nichtmenschlichkeit von Chatbott kann dabei ein Faktor sein Denn Chatbots sind eben immer verfügbar.

00:43:21: Sie weisen uns nicht zurück, sie geben uns die Möglichkeit und zu äußern ohne dass wir uns schämen müssen.

00:43:26: Jessica Stuker spricht deshalb von übermenschlichen Eigenschaften.

00:43:31: Wichtig ist immer chatbots können uns zwar Situationen und Gedanken spiegeln sie vermitteln dabei aber den Eindruck eine Perspektive von außen zu eröffnen.

00:43:40: Diese Perspektiv ist nicht neutral es ist eben eine gespiegelte Perspektiva.

00:43:44: Wie Jessica Schucker im Gespräch erklärt hat, lernen die Systeme mit welche Richtungen bei uns funktionieren und welche Perspektiven wir besonders gerne einnehmen.

00:43:54: Der Chatbot kann also neue Gedanken anregen indem er einen ziemlich genauer Spiegel unserer eigenen Interessen und Denkweisen ist.

00:44:01: Wir begegnen nicht einfach einem künstlichen Gegenüber das uns etwas über uns selbst erzählt sondern wir begegnern einem gegenüber dass auf uns reagiert, uns spiegelt und sich dabei immer weiter auf uns einstellt

00:44:14: Was Chatbots langfristig für unsere Beziehungen, unsere Vorstellungen von Nähe und Erwartungshaltungen ... Und unsere Sexualität bedeuten.

00:44:23: Darüber können wir nach heutigem Stand noch spekulieren.

00:44:26: Ein psychoanalytisch informierter Umgang mit dieser Situation könnte sein, genau diese Spannung auszuhalten!

00:44:32: Die Faszination für das Neue was hier gerade entsteht?

00:44:35: Für das also was dazukommt?

00:44:37: Und die Offenheit dafür dass wir die Folgen einfach nicht kennen?

00:44:48: ist eine Produktion der internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin.

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